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Menschen aus Mubende berichten
Peter Kayiira, 44 Jahre

Im August 2001 entsandte die Regierung von Uganda ihre Armee in unsere kleine Gemeinde im Mubende Distrikt. Ich wurde - wie 2000 andere Einwohner auch - brutal vom Land meiner Vorfahren vertrieben. Unsere Häuser wurden beschädigt; Eigentum zerstört und Grundnahrungsmittel wie Maniok und Kartoffeln wurden beschlagnahmt.
Das Land wurde anschließend der „Kaweri Coffee Plantation Ltd.“ übergeben. Besitzer von Kaweri ist eines der weltgrößten Kaffeeunternehmen: Neumann, ansässig in Deutschland.
Um die Errichtung einer Kaffeeplantage zu unterstützen, bewilligte die Afrikanische Entwicklungsbank im Juni 2002 einen Kredit über 2,5 Millionen US-Dollar.
Ich wurde dann zum Sprecher der Vertriebenen, doch dafür zahlte ich einen hohen Preis. Im Jahr 2005 wurde ich inhaftiert - unter dem Vorwurf in meiner Funktion als Schuldirektor öffentliche Gelder unterschlagen zu haben. Ein halbes Jahr später entschied das Gericht, diese Scharade zu beenden und sprach mich von allen Anschuldigungen frei.
Jetzt klagen wir gegen den Staat Uganda und Kaweri. Doch bisher konnten wir weder unser Land zurückerlangen, noch haben wir eine andere angemessene Entschädigung enthalten.
Elias Mbabazi, 62 Jahre
Am Tag der Vertreibung war ich zuhause. Soldaten stürmten unser Grundstück, feuerten in die Luft und vertrieben uns von unserem Land. Anschließend zerstörten sie das Haus in dem wir 17 Jahre lang gewohnt hatten. Wir suchten Schutz in den umliegenden Wäldern. Unser Vieh wurde vertrieben und unsere Äcker niedergetrampelt. Zwei meiner Kinder sind infolge der Vertreibung gestorben.
Vor der Vertreibung lebte ich mit meiner 12-köpfigen Familie als Pächter nach Gewohnheitsrecht auf unserem Land. Wir wohnten in einem einfachen Haus mit Wellblechdach, das aus vier Zimmern und einem Küchenanbau mit Grasdach bestand.
Unser Wasser bezogen wir von einer Quelle die etwa ein Kilometer vom Haus entfernt lag. Auf 14 Morgen Ackerfläche bauten wir verschiedene Bananensorten, Kaffee und Vanille an, hatten 16 Obstbäume, 12 Ziegen, 6 Schafe und 20 Hühner. Dadurch reichte unser Einkommen für unseren Lebensunterhalt und wir konnten unsere Kinder auf eine weiterführende Schule schicken, die in Uganda kostenpflichtig ist.
Nach der Vertreibung mussten wir Wohnräume anmieten und ich begann auf der Plantage zu arbeiten. Auch unsere Essgewohnheiten mussten wir umstellen, da wir unsere gewohnten Grundnahrungsmittel nicht mehr anbauen konnten.
Heute bewirtschaften wir Land, für das wir Pacht zahlen müssen, die nächste Wasserquelle ist 6 km entfernt. Unser Geld reicht nicht mehr aus um unseren Kindern eine weitergehende Schulbildung zu ermöglichen. Sie können nur die kostenlose Grundschule besuchen. Unser Leben hat sich seit der Vertreibung verschlechtert.
Deo Kasumba, 67 Jahre

Bei der Vertreibung steckten die Soldaten unser Haus in Brand und zerstörten unsere Äcker; auch unsere Schweine verloren wir. Ich versuchte unterdessen zumindest einen Teil unseres Besitzes zu retten. Als ich zum zweiten Mal zum Haus zurückkam, um weitere Gegenstände zu holen, stand es bereits in Flammen.
Seit 1980 lebten meine Frau und ich als Pächter nach Gewohnheitsrecht auf dem Land. Vor der Vertreibung besaßen wir ein eigenes Haus und konnten unser Wasser von einer nahe gelegenen Quelle beziehen. Auf unseren 12 Morgen großen Feldern bauten wir Kaffee, verschiedenen Bananensorten, Süßkartoffeln und Erdnüsse an. Außerdem besaßen wir zahlreiche Obstbäume und vier Schweine.
Heute leben wir in einem angemieteten Zimmer. Unser Vermieter beschäftigt mich als Landarbeiter, wodurch ich in der Lage bin meine Miete zu zahlen.
Aber wir müssen ständig Sorge haben, ob das wenige Geld für die Miete und den Einkauf von Lebensmitteln ausreicht. Vor der Vertreibung brauchten wir dafür kein Geld zu zahlen und konnten uns selbst versorgen. Unser Leben war früher besser.
Norah Naggawa, 57 Jahre

Was mich am meisten verletzt, ist die Tatsache, dass die Regierung uns nicht für unser Leiden unter den harten Bedingungen entschädigt. Uns wurde immer wieder Hilfe versprochen, aber bekommen haben wir sie nie. Ich kämpfe daher für Wiedergutmachung.
26 Jahre lang habe ich mit meiner zehnköpfigen Familie als Pächterin nach Gewohnheitsrecht in einem Haus mit 5 Zimmern auf dem Land gelebt. Auf unserem Grundstück hatten wir Zugang zu einer Wasserquelle und verfügten über 30 Morgen Land, von denen die Hälfte von uns bewirtschaftet wurde. Wir bauten Bananen, Kaffee, Zuckerrohr, Süßkartoffeln und Cassava an. Außerdem hatten wir eine Obstbaumplantage mit 150 Mangobäumen, 80 Gelbfrucht- und Maracujabäumen sowie 10 Avocado- und Guavenbäume. Auch Schweine und Hühner gehörten zu unserem Besitz.
Am Tag der Vertreibung kamen schwer bewaffnete Soldaten, zerstörten das Dach des Hauses und befahlen mir das Land zu verlassen. Mit meinen Kindern und Enkelkindern floh ich in den Wald. Einer meiner Enkel starb aufgrund der widrigen Lebensbedingungen, die auf die Vertreibung folgten. Mein Ehemann musste nach der Vertreibung hart arbeiten und bekam Schmerzen in der Brust. Auch er starb.
Heute leben wir von gepachtetem Land, das nicht sehr ertragreich ist. Wirklich fruchtbarer Boden ist nur in einiger Entfernung zu finden. Wir haben wieder ein Haus gebaut, das einen Kilometer von der nächsten Wasserquelle entfernt liegt. Manchmal trocknet sie aber ganz aus.
Jane Rose Namata, 54 Jahre

Ich werde für unsere Entschädigung kämpfen und möchte mein Land zurück haben!
Ich bin auf diesem Land geboren und habe auf diesem Land geheiratet. Es gehörte meinem Ehemann, der den Landtitel für mehr als drei Quadratkilometer des Blockes 103 besaß. Wir lebten dort zu siebt in einem Haus mit sieben Zimmern und hatten Zugang zu einer sauberen Wasserquelle. Auf unserem Land bauten wir verschiedene Bananensorten, Kaffee, Cassava, Erdnüsse und Süßkartoffeln an. Wir besaßen auch zahlreiche Obstbäume und hielten drei Schweine, sieben Schafe und zehn Hühner.
Ich war zu Hause als die bewaffneten Soldaten kamen und uns befahlen das Land zu verlassen. Wir rannten davon. Als wir zurückkehrten, um unseren Hausrat zu retten, fanden wir nichts mehr. Ein Jahr lang waren wir gezwungen in einem nahe gelegenen Wald zu hausen. Mein Ehemann ist gestorben.
Heute haben wir nicht mehr genug Land zum Leben. Wir konnten zwar auf einem Teil unseres Landes, das nicht enteignet wurde, wieder ein Haus bauen. Aber es ist zu klein für die ganze Familie. Die nächste Wasserquelle liegt 1 ½ km entfernt. Das Wasser ist aber häufig verschmutzt und manchmal trocknet die Quelle auch ganz aus. Unsere Kinder mussten die Schule verlassen, denn wir können das Schulgeld für die weiterführende Schule nicht mehr aufbringen.