Begräbnisse sind herzzerreißend – vor allem wenn es um Kinder geht, die an Hunger und Unterernährung gestorben sind. Dies ist in den letzten Jahren Dutzenden Familien aus Dourados widerfahren. Dourados ist ein stark überbevölkertes Indianerreservat im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul.
Grund für die Überbevölkerung ist das zunehmende Vordringen der Soja-Farmer und der Agrarindustrie. Diese breiten sich auf den wenigen, noch übrig gebliebenen Flächen des Bundesstaates aus. Die dadurch verdrängten indigenen Familien sind so gezwungen in das Reservat zu ziehen. Doch das ist schon lange zu klein. Derzeit versuchen etwa 11000 der 32000 Kaiowá von Mato Grosso do Sul in Dourados zu überleben. Über 600 Kaiowá Kinder leiden unter Mangelernährung- in Dourados und in anderen Teilen des Staates.
Die Kaiowá leben vom Ackerbau, sind Jäger und Sammler. Mangel an Land ist für sie gleichbedeutend mit Hunger und Unterernährung. Dort wo die Kaiowá ihre Lebensmittel anpflanzen können, geht die Unterernährung zurück. In den vergangenen Jahren wäre die Zahl der Toten durch Unterernährung noch höher gewesen, hätte der Staat nicht Essenskörbe zur Verfügung gestellt. Mato Grosso do Sul stellte dieses Programm jedoch Anfang 2007 ein. Nach einem Anstieg von Todesfällen, die durch Unterernährung verursacht wurden, griff die regionale Regierung ein und stellte Nahrung zur Verfügung. Was die Kaiowá jedoch benötigen, ist weitaus mehr als das. Sie brauchen zumindest einen Teil ihres Landes zurück- und zwar so schnell wie möglich. Depressionen und Alkoholismus nehmen zu und führen zunehmend zu Spannungen innerhalb der Gemeinschaft. Es wird viel Kraft brauchen, um mächtige Grundbesitzer, Unternehmen und Politiker zum Einlenken zu bewegen. Die Kaiowá benötigen dringend Unterstützer, damit ihre Kinder eine Zukunft haben.
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